Die größere Hoffnung, Roman von Ilse Aichinger, 1948

Geschrieben am 09.01.2017
von

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„Wer ist fremder, ihr oder ich? Der hasst, ist fremder als der gehasst wird, und die Fremdesten sind, die sich am meisten zu Hause fühlen.“ (DgH, S. 76)
Mit dem Roman „Die größere Hoffnung“ hat Ilse Aichinger bereits 1948 gegen das Vergessen der Verbrechen durch die Nationalsozialisten angeschrieben. Die Sprache, die sie dabei findet, ist poetisch, widerspenstig und kraftvoll. Die beschriebenen Szenen wirken verfremdet, angesiedelt zwischen Realität, Traum und Spiel. Die handelnden Personen sind vor allem jüdische Kinder in Wien während des Krieges, die systematisch dikriminiert werden und deren Hoffnung auf Rettung zunehmend schwindet. Was in ihnen abgesichts der Bedrohung wächst, ist 
kritischer Geist, ist Verständnis für das Leben in seiner schmerzlichen Tiefe.
„Der du mein Schöpfer bist, warum lässt du es zu? Warum erschaffst du dieses Geschlecht, das mich zerbrechen muss, um zu erkennen? Warum schaffst du es immer neu?“ (DgH, S. 255)

Lesekreis-Moderation: Alexandra Eichenauer-Knoll

Der Lesekreis findet in der Gemeindebücherei Traisen statt.

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