Jugend ohne Gott, Erzählung von Ödön von Horváth, 1937

Geschrieben am 15.11.2017
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Ein Lehrer korrigiert die Hefte seiner Schüler, pflichtschuldig und zunehmend unzufrieden. Hin- und hergerissen zwischen den eigenen Moralvorstellungen und dem, was eine militarisierte und durch Propaganda verhetzte Jugend niederschreibt. Die Erzählung beginnt mit der Unfähigkeit des angstbesetzten Ich-Erzählers, die eigentlich nötigen Korrekturen zu setzen. Während eines paramilitärisch organisierten Schullagers, das er später beaufsichtigen muss, kommt es dann zur moralischen Katastrophe. Wäre sie zu verhindern gewesen, hätte der Lehrer rechtzeitig die Wahrheit ausgesprochen?
Die bis zuletzte spannende Suche nach dem Täter fesselt uns Lesende noch heute. Die wesentlichere Frage, warum eine Gesellschaft überhaupt einen so fahrlässigen Umgang mit der Wahrheit zulässt, macht allerdings nach wie vor ratlos.
„Jugend ohne Gott“ wurde kurz nach seinem Erscheinen im Jahre 1937 auf die faschistische „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“ gesetzt und verdient – nicht nur darum – auch heute noch das Etikett „besonders lesenswert“!

Lesekreis-Moderation: Alexandra Eichenauer-Knoll

Der Lesekreis findet in der Gemeindebücherei Traisen statt.

Jugend ohne Gott, Erzählung von Ödön von Horváth, 1937
Suhrkamp BasisBibliothek 7, Taschenbuch, 208 Seiten
ISBN: 978-3-518-18807-1

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